Montag, 30. September 2013

Kommerziell oder nicht kommerziell...

ist nicht nur eine #OER Frage. Doch gerade wenn es um freie Bildungsmaterialien geht, dann sollte klar sein, wo Bildung aufhört und wo kommerzielle Nutzung beginnt. Sollte - ist aber nicht.
Auf der #OERde13 in Berlin hat Dr. Paul Klimpel sehr anschaulich die Problematik der Lizenz CC-BY-NC erläutert. Schauen und hören Sie selbst:


Vor wenigen Tagen diskutierte ich darüber mit Teilnehmern meines Webinars zu #CC-Lizenzen. Und auch hier war der Tenor: wenn CC, dann aber nur so, dass andere mit meinen Materialien keine Kohle machen können. Persönlich kann ich diese Haltung und die Ängste des Kontrollverlustes, über die Klimpel gesprochen hat, gut nachvollziehen. Doch NC verhindert eine Nutzung nicht und Kontrolle ist nur wirksam, wenn ich sie ausübe, d.h. jedem Verstoß gegen die NC-Lizenz rechtlich nachgehe. Dazu habe ich als Freiberufler weder die Mittel, noch die Zeit. Deshalb betrachte ich den Umgang mit CC-Lizenzen so ähnlich wie mit schwanger sein: entweder ganz oder gar nicht. Wenn ich Kontrolle über das, was ich herausgebe nicht verlieren will, dann darf ich es nicht frei nutzbar machen. Dann greife ich lieber in die Kiste des klassischen Copyrights und nutze noch weitere Schutzmechanismen wie Marken- Gebrauchsmuster- oder Patentschutz. Gebe ich dagegen etwas frei, dann muss ich damit leben, dass andere meine Werke nach eigenem ermessen verwenden können.
Wenn andere mein Material frei verwenden, dann klingt es zuerst nicht nach Gewinn. Manchmal steckt aber mehr Gewinn drin als man denkt.
Davon konnte ich mich bereits persönlich überzeugen. Vor einiger Zeit stellte ich auf meiner Webseite und als Bonus zu meinen kostenlosen Webinaren eine "Checkliste für Webinare" (CC-BY-SA) zur Verfügung. Diese hat zahlreiche Abnehmer gefunden. Kurz danach bekam ich eine attraktive Anfrage über Moderation von Ausbildungswebinaren in einem großen Unternehmen. Der Auftraggeber hat mich im Internet über diese Checkliste gefunden und sich danach weiter über mich und meine Kompetenzen informiert. Die Freigabe der Checkliste hat mir mehr Umsatz beschert als ich es jemals durch Verkauf dieser einfachen Unterlage hätte erreichen können. Mit einer NC-Lizenz wäre es nicht möglich gewesen.


Donnerstag, 26. September 2013

wbv goes #OER

Bertram Salzmann auf der #OERde13.
Foto: CC-BY-SA-3.0, Hedwig Seipel
Auf der #OERde13 in Berlin nahm ich an der Session "OER aus der Verlagssicht" mit Bertram Salzmann, Geschäftsführer von UTB, teil. Seine Ausführungen waren sehr interessant und basierten auf einem Kalkulationsschema an dem deutlich wurde, dass die Kosten für den Inhalt nur ca. 10% des Endpreises eines Buches ausmachen. Das bedeutet, dass der wirtschaftliche Gewinn aus den Verlagsleistungen rund um das Buch resultiert. In der anschließenden Diskussion ging es vor allem darum, ob ein Verlag sich OER überhaupt leisten kann und will. Und wenn ja, welche neue Geschäftsmodelle dabei entstehen können oder müssen. UTB gibt bereits OER-Materialien heraus, jedoch keine Bücher, sondern nur Zusatzmaterialien wie Arbeitsblätter oder Begleittexte.

Leider hat niemand, auch ich nicht, während der Session gewusst bzw. erwähnt, dass es einen anderen Verlag gibt, der  offensiv das OER-Parkett betritt. Erst nach der Konferenz entdeckte ich, dank einer Nachricht von Sandra Schön, der Herausgeberin von #L3T, dass wbv (W.Bertelsmann Verlag, Fachverlag und Mediendienstleister) ein OER-Fachbuch im Programm hat. Es handelt sich um "Leben erzählen - Leben verstehen" von Marianne Horsdal vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung. Die wissenschaftlich verfassten 202 Seiten des Buches stehen unter CC-BY-SA-3.0 Lizenz und können kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Doch das Buch ist nicht die einzige OER-Spur des Verlages. Ende 2012 ging wbv-open-access.de an den Start. Hier werden wissenschaftliche Texte und Forschungsergebnisse frei und kostenlos jedem interessierten Leser zur Verfügung gestellt. Sie sind CC-lizenziert, um ihre legale Verbreitung zu erleichtern. Die meisten Publikationen dürfen auch verändert werden, weil sie unter CC-BY-SA stehen. Schade, dass manche Institutionen sich doch noch absichern wollen und lieber auf CC-BY-NC-ND zugreifen. Ob Materialien, die weder bearbeitet, noch für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden dürfen, den Namen OER verdienen, darüber wird nicht nur in Fachkreisen heiß diskutiert. Schade, dass ausgerechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bei ihrer Studie "Bildung auf einen Blick 2013" sich für diese umstrittene Lizenzierung entschieden hat.

Samstag, 21. September 2013

#OER wird salonfähig

Auf der #Frankfurter Buchmesse wird es eindeutige #OER-Spuren geben. Der wbv - Fachverlag für Mediendienstleister stellt sein "open access" vor: http://www.wbv.de/info/wbv-auf-der-frankfurter-buchmesse.html 
Ich habe auf der "Zukunft Personal" in Köln, die letzte Woche statt fand, bereits eine Gelegenheit gehabt, mich mit einer Vertreterin des Verlags zu unterhalten. Darüber schreibe ich morgen oder am Montag etwas mehr.

Freitag, 20. September 2013

E-Learning für Trainer - Fluch oder Segen?

Ich habe meinen Vortrag, den ich in diesem Jahr auf der Zukunft Personal gehalten habe, zu einem Webinar überarbeitet und lade Sie/Euch herzlich ein.

E-Learning für Trainer - Fluch oder Segen?

Montag, 16. September 2013

OER13 - eine persönliche Nachlese

Der Einsatz auf der OER13 hat mir viel Spaß gemacht.
Foto: CC-BY-SA, Version 3.0, Hedwig Seipel
Schön war sie, die erste deutsche Konferenz für freie Bildungsmaterialien #OERde13. Die zwei Tage in Berlin haben deutlich gemacht, dass die Zeit reif für eine ernste und konstruktive Diskussion über neue, offene und freie Bildungsmaterialien ist. Diese Diskussion fand an den beiden Konferenztagen laufend statt. Ob in den Vorträgen, die hier gerne Talks genannt wurden oder in den offenen Sessions des BarCamps oder auch in den Pausen beim leckeren Essen und Trinken, wurden Meinungen ausgetauscht und Standpunkte deutlich gemacht. Die Vielfalt der Themen und die recht heterogene "Herkunft" der Teilnehmer - die meisten kamen aus dem Bereich Schule und Hochschule -  haben für jede Menge neue Erfahrungen und Aha-Effekte gesorgt.
Für mich war die Erfahrung besonders groß, weil ich beim Thema OER eher zu den Neulingen gehöre. Erst dort ist mir bewusst geworden, wie komplex eigentlich OER ist und wie unterschiedlich die Interessen sind, die dabei verfolgt werden. Die OER-Welt unterscheidet sich deutlich von der Unternehmenswelt, in der ich mich tagtäglich bewege. Diese Feststellung ist keine Wertung, sondern eine reine Beobachtung, aus der sich vielleicht eine Symbiose entwickeln kann. Eine Symbiose, die Vorteile, Erfahrungen und Werte beider Welten vereint. Die private Wirtschaft könnte dabei ihre Vermarktungskompetenz und die OER die Vielfalt und Qualität der Inhalte zum gemeinsamen Erfolg beitragen.
Ohne jetzt detailliert auf einzelne Aspekte einzugehen, habe ich drei, ganz persönliche Erkenntnisse gewonnen:

Dienstag, 10. September 2013

Oh man, die Zeit rennt und #OER13de kommt!

Am Freitag geht es ab nach Berlin. Ich werde zum ersten Mal an der OER-Konferenz für freie Bildungsmaterialien teilnehmen. Was ist die #OER13de?


#OERde13: Wikimedia OER-Konferenz 2013 from kooperative-berlin on Vimeo.

"Die OER-Konferenz 2013 wird deutschsprachige Akteure rund um das Thema Open Educational Resources (OER), also freie Bildungsmaterialien, zusammenbringen. Die OER-Konferenz ist eine Kombination aus Fachkonferenz und Barcamp und bietet den Teilnehmenden eine großartige Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und sich zu vernetzen." (Quelle: http://www.wikimedia.de/wiki/OERde13)
Bin ich schon ein "Akteur"? Eher ein Neuling, doch es wird gleich richtig losgehen. Ich habe mich nämlich für das Organ-Team angemeldet und jetzt darf ich nicht nur dabei sein, sondern werde ich auch kräftig anpacken. Zu meinen Aufgaben wird die Betreuung der Vortrags- und Session-Räume gehören. Ich werde mich um die Technik kümmern und für den - hoffentlich - angenehmen Ablauf sorgen. Vor lauter Freude am Tun habe ich mich auch noch als Fotomacherin angemeldet und darf das Geschehen mit meiner Kamera festhalten. Es wird richtig Spaß machen, das weiß ich jetzt schon. Und lernen werde ich sehr viel Neues dazu. #L3T ist ebenfalls dabei und wird von Markus Schmidt in Kooperation mit Sandra Schön und Martin Ebner vorgestellt. Seien Sie gespannt, was die zwei tolle Tage bringen werden. Ich halte Sie am Laufenden!

Dienstag, 3. September 2013

Und was kommt nach #L3T?

Es ist Zeit, das große Wasser zu überqueren. Mein Kurs geht in Richtung OER.
Ich gebe zu, ich habe das Blut geleckt. Und diesmal geht es um #OER und sonstiges Treiben rund um freies Wissen. Nach den tollen Erfahrungen mit #COER13 und der spannenden Begleitung von #l3t2null steht für mich klar, freien Bildungsquellen und Materialien gehört die Zukunft. Dafür will ich mich in meinem bescheidenem Rahmen einsetzen. Was heißt es konkret? Das Programm für die nächste Zukunft sieht wie folgt aus:

  1. Einmal monatlich biete ich ein kostenloses Webinar zu Themen rund um OER an. Das erste Webinar kommt schon morgen und betrifft die Grundlagen zu CC-Lizenzen. Anmeldungen unter  https://www.edudip.com/webinar/Creative-Commons-richtig-lizenzieren-und-nutzen/45232 sind noch möglich. In den kommenden zwei Monaten kommen: OER und MOOC.
  2. Ich will mich in dem Thema selbst weiterbilden und noch mehr Fachkenntnisse erwerben. Deshalb nehme ich an interessanten Veranstaltungen teil. Das sind: die OER-Konferenz 2013 von Wikimedia Deutschland am 14.-15.09.13 in Berlin und das CorporateLearningCamp 2013 in Frankfurt am 27.-28.09.2013.
Selbstverständlich werde ich L3T im Auge behalten und das Projekt weiterhin unterstützen. Außerdem ergaben sich bei dem Projekt neue Ansätze, die sich in meiner Region realisieren lassen. Darauf bin ich besonders gespannt und werde Sie am Laufenden halten.

Es bleibt spannend. Mein Motto lautet: der wahre Schatz der Menschheit steckt in der Bildung. Habe ich es nicht schön gesagt ;-)